
Hier eine umfassende Zusammenstellung von Begriffen rund um die Funktechnik, zusammengetragen aus den unterschiedlichsten Quellen wie z. B. Lichtblicke von DL9HCG, Günter Lindemann, Wikipedia, … und erweitert mit anderen Quellen, die zur besseren Erklärung / Veranschaulichung dienen z. B. YouTube-Videos von Michael, DL2YMR.
Die Rechte bleiben bei den jeweiligen Autoren! Diese Sammlung von frei im Internet verfügbaren Informationen ist nicht vollständig und wird ständig erweitert. Anregungen gerne per E-Mail an mail@olivernitsche.de
A
- A1A – Diese offizielle Modulationsart-Kennzeichnung der ITU steht für die klassische, tonlose Telegrafie. Der Sender wird hierbei im Rhythmus der Morsezeichen (Dits und Dahs) lediglich ein- und ausgeschaltet (Amplitudentastung/ASK). Es wird kein hörbarer Ton moduliert; der hörbare Ton entsteht erst im Empfänger durch die Überlagerung des Signals mit einem Hilfsoszillator (BFO – Beat Frequency Oscillator).
- A2A – Kennzeichnet eine Morsetelegrafie, bei der ein hörbarer Ton auf einen hochfrequenten Träger aufmoduliert wird (tonhaltige Telegrafie). Da diese Aussendung eine deutlich größere Bandbreite als A1A belegt, gelten strenge Auflagen: Abgleicharbeiten und Messungen an Sendern im Hinblick auf die Aussendung sind grundsätzlich an einem Abschlusswiderstand (Dummy Load) durchzuführen, um unnötige Frequenzbelegungen und Störungen in den Amateurbändern zu vermeiden.
- Ablage – Bezeichnet bei Relaisfunkstellen (Repeatern) die exakte Frequenzdifferenz zwischen der Sendefrequenz des Benutzers (Eingabe des Relais) und der Empfangsfrequenz des Benutzers (Ausgabe des Relais). Da ein Relais gleichzeitig empfängt und sendet, müssen diese Frequenzen getrennt sein, um ein Übersteuern des Empfängers durch den eigenen Sender zu verhindern. In Deutschland gelten standardisierte Ablagen: Im 2m-Band beträgt sie –600 kHz (Eingabe: 145,000 – 145,175 MHz / Ausgabe: 145,600 – 145,775 MHz) und im 70cm-Band –7,6 MHz (Eingabe: 431,025 – 431,825 MHz / Ausgabe: 438,625 – 439,425 MHz).
- AFuV – Die Amateurfunk-Verordnung ist die rechtliche Ausgestaltung des Amateurfunkgesetzes (AFuG) in Deutschland. Sie regelt unter anderem die Lizenzklassen, Prüfungsanforderungen, Rufzeichenzuteilungen und technischen Betriebsbedingungen. Bei fortgesetzten Verstößen gegen diese Verordnung oder den Bandplan kann die zuständige Behörde (Bundesnetzagentur) eine Einschränkung des Betriebes oder die vollständige Außerbetriebnahme der Amateurfunkstelle anordnen.
- Anfänger in CW – Ein ungeschriebenes, aber essenzielles Gesetz des Ham-Spirits im Telegrafiefunk (CW). Hört man, dass eine Gegenstation (oft erkennbar an unsicherer Gebeweise oder Fehlern) langsamer morst, passt man die eigene Gebegeschwindigkeit exakt dem Tempo des Anfängers an. Dies nimmt dem Einsteiger den Druck und fördert die Höflichkeit im Äther.
- /am (Aero-Mobil) – Ein offizieller Zusatz, der beim Sprechfunk an das Rufzeichen angehängt (z. B. „DN1ABC stroke am“) oder in Telegrafie mit einem Schrägstrich übertragen wird. Er signalisiert, dass die Amateurfunkstelle an Bord eines Luftfahrzeugs betrieben wird. Hierbei gelten besondere Sicherheitsvorschriften sowie die Genehmigungspflicht durch den verantwortlichen Luftfahrzeugführer.
- Amateurfunkdienst – Der Amateurfunkdienst ist ein völkerrechtlich anerkannter Funkdienst und in den Radio Regulations (VO Funk) der ITU (Internationale Fernmeldeunion) fest definiert. Sein primärer Zweck liegt in der eigenen Ausbildung des Funkamateurs, dem Funkverkehr der Funkamateure untereinander sowie in technischen Studien. Er wird von ordnungsgemäß ermächtigten Personen (Inhabern eines Amateurfunkzeugnisses oder einer harmonisierten Prüfungsbescheinigung) aus rein persönlicher Neigung und ausdrücklich ohne geldliches oder wirtschaftliches Interesse betrieben.
- Amateurfunk-Satelliten – Hierbei handelt es sich um künstliche Erdsatelliten, die mit Transpondern, Baken oder Digipeatern für den Amateurfunkdienst ausgerüstet sind (oft unter dem Namen OSCAR bekannt). Sie ermöglichen weltweite Funkverbindungen auf UKW-, UHF- und SHF-Frequenzen, die normalerweise nur für quasioptische Sichtverbindungen geeignet wären.
- Anruf-Frequenz – Eine im Bandplan festgeschriebene Frequenz, die als allgemeiner Treffpunkt dient. Da insbesondere in den Betriebsarten SSB und FM auf den höheren Bändern nicht das gesamte Spektrum kontinuierlich überwacht werden kann, hören viele Stationen auf diesen Frequenzen. Nach dem erfolgreichen Aufbau eines Erstkontaktes (Sked oder CQ-Ruf) wird die Frequenz umgehend wieder freigemacht und auf eine Arbeitsfrequenz gewechselt (QSY).
- Antennentuner – Ein elektronisches Anpassungsnetzwerk (oft bestehend aus variablen Kondensatoren und Spulen, z. B. als Pi- oder T-Glied), das zwischen das Funkgerät und die Antennenspeiseleitung geschaltet wird. Seine Aufgabe ist es, die komplexe Impedanz der Antennenanlage an den standardisierten Ausgangswiderstand des Senders (in der Regel 50 Ohm) anzupassen. Dadurch werden die Sende- und Empfangseigenschaften maximiert und das Funkgerät vor Schäden durch reflektierte Leistung geschützt. Wichtig: Ein Tuner verändert lediglich die elektrische Länge und Anpassung des Gesamtsystems, nicht jedoch die mechanische Länge der Antenne selbst.
- APRS – Das Automatic Packet Reporting System ist ein spezielles, paketorientiertes Datenübertragungsverfahren. Es dient der automatischen Übermittlung von Positionsdaten (meist via GPS), Wetterdaten, Statusmeldungen und kurzen Textnachrichten. Die Daten werden weltweit über Digipeater und Gateways (IGates) in das Internet eingespeist. APRS wird auch von Inhabern der Klasse N intensiv auf den freigegebenen UKW-Frequenzen genutzt.
- ATV – Amateurfunk-Fernsehen (Amateur Television). Hierbei übertragen Funkamateure analoge oder digitale Videosignale (DATV) im Breitbandbetrieb. Analoge ATV-Signale nutzen herkömmliche Fernseh-Normen und können oft mit einfachen Modifikationen (z. B. einem vorgeschalteten Frequenzkonverter für die Amateurbändern im Gigahertz-Bereich) auf normalen Fernsehgeräten empfangen werden.
- Aurora-Verbindung – Eine faszinierende DX-Ausbreitungsart auf UKW. Die Funkwellen werden hierbei an den stark ionisierten Partikelwolken des polaren Nordlichts reflektiert. Da sich diese Reflexionsschichten extrem schnell bewegen und fluktuieren, werden die Signale stark phasenverschoben und verbrummt (Mehrwegeausbreitung). Die Verständlichkeit leidet massiv, weshalb Aurora-Signale im Rapport mit einem angehängten „A“ (z. B. 57A) beurteilt werden. Aufgrund des extremen Flatterns wird der Funkverkehr fast ausschließlich in stabiler Morsetelegrafie (CW) abgewickelt.
- Ausbildungsfunkbetrieb – Ermöglicht es Personen ohne eigenes Amateurfunkzeugnis, aktiv am Amateurfunk teilzunehmen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies ist streng reglementiert und nur unter unmittelbarer Aufsicht eines lizenzierten Funkamateurs erlaubt, der Inhaber einer gültigen Zulassung für den Ausbildungsfunkbetrieb sowie eines separaten Ausbildungsrufzeichens ist. Der Ausbilder trägt die volle rechtliche Verantwortung und darf den Betrieb nur im Rahmen seiner eigenen Lizenzklasse (Klasse A oder E) durchführen. Wichtiger Hinweis: Seit der Einführung der Klasse N nutzen neue Ausbildungsrufzeichen veränderte Ziffern- und Buchstabenkombinationen, da das alte Präfix „DN“ nun fest für die Klasse N reserviert ist. Inhaber der Klasse N dürfen selbst keinen Ausbildungsfunkbetrieb als Ausbilder durchführen.
- Auto-Routing – Eine intelligente Funktion innerhalb des digitalen Packet-Radio-Netzwerks. Sie ermöglicht es Datenpaketen, sich selbstständig und automatisch über mehrere miteinander vernetzte Zwischenstationen (Digipeater) den optimalen Weg zum gewünschten Ziel-Digipeater oder zur Ziel-Mailbox zu suchen, ohne dass der Benutzer jede Zwischenstation manuell eingeben muss.
B
- Bandplan – Ein von der IARU (International Amateur Radio Union) koordinierter und von den nationalen Behörden empfohlener Frequenznutzungsplan. Er unterteilt die dem Amateurfunk zugewiesenen Frequenzbänder in exklusive Segmente für bestimmte Betriebsarten (z. B. CW-Bereiche, Schmalband-Datenfunk, SSB-Sprechfunk oder Relais-Kanäle), um ein harmonisches Miteinander ohne gegenseitige Störungen zu gewährleisten. Aktuelle Bandpläne stellt der DARC bereit.
- Bakenprojekt – Ein weltweites Netz von kontinuierlich sendenden Funkbaken (meist im Kurzwellen- und UKW-Bereich), die zur Beobachtung der aktuellen ionosphärischen Ausbreitungsbedingungen dienen. Im KW-Bereich wechseln sich die Baken vieler Länder koordiniert und zeitversetzt auf identischen Frequenzen ab. Wichtige Zentren dieser Aktivitäten liegen jeweils $\pm1\text{ kHz}$ um die Frequenzen 14100 kHz, 18110 kHz, 21150 kHz und 24930 kHz sowie im Bereich 28190 – 28225 kHz. In diesen Baken-Schutzbereichen ist jegliches eigene Senden strikt untersagt.
- Baukastensystem (Aufstieg) – Das moderne Prüfungssystem der Bundesnetzagentur (BNetzA). Die Prüfungen für die Amateurfunkklassen sind modular aufgebaut (Module: Vorschriften, Betriebliche Kenntnisse, Technik Stufe N, Technik Stufe E, Technik Stufe A). Wer die Klasse N erfolgreich absolviert hat, besitzt bereits die vollständigen und lebenslang gültigen Nachweise für die Bereiche „Betriebliche Kenntnisse“ und „Vorschriften“. Für einen späteren Aufstieg zur Klasse E oder Klasse A müssen lediglich die jeweils fehlenden, tiefergehenden Technik-Module nachgeprüft werden, was den Lernaufwand drastisch staffelt.
- Betreiben einer Amateurfunkstelle – Rechtlich ist das Senden und der Aufbau betriebsbereiter Sendeanlagen auf den Amateurbändern exklusiv dem Inhaber einer gültigen Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst (Klasse A, E oder N) vorbehalten. Das reine Empfangen (Hören) von Amateurfunkaussendungen ist hingegen jedermann frei gestattet.
- BK (Break) – Eine international standardisierte Abkürzung im Telegrafiefunk. Sie wird verwendet, um sich kurzzeitig in ein laufendes QSO einzuschalten (reinzubrechen) oder um eine sofortige, direkte Unterbrechung des Sendedurchgangs für eine kurze Zwischenfrage zu signalisieren.
- Blitzschutz – Antennenanlagen stellen aufgrund ihrer exponierten Lage auf Dächern oder Masten ein erhöhtes Risiko für Blitzeinschläge dar. Für den Aufbau und die Erdung von Amateurfunkanlagen gelten daher zwingend die strengen Sicherheitsvorschriften des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.), um Brand- und Personenschäden zu verhindern und den Versicherungsschutz zu gewährleisten.
- Buchstabieralphabet – Das internationale ICAO-/NATO-Buchstabieralphabet stellt sicher, dass Rufzeichen, Eigennamen oder schwierige Textpassagen auch bei extrem schlechten Empfangsbedingungen, starkem Rauschen oder Sprachbarrieren fehlerfrei übermittelt werden können. Es lautet: Alpha, Bravo, Charlie, Delta, Echo, Foxtrott, Golf, Hotel, India, Juliett, Kilo, Lima, Mike, November, Oscar, Papa, Quebec, Romeo, Sierra, Tango, Uniform, Viktor, Whisky, Yankee, Zulu.
C
- C3F – Das offizielle ITU-Klassifizierungsmerkmal für analoges Fernsehen (Video) mit Restseitenband-Übertragung. Diese Modulationsart spart Bandbreite, indem eines der beiden bei der Amplitudenmodulation entstehenden Seitenbänder vor der Aussendung weitgehend herausgefiltert wird.
- CEPT-Empfehlung – Die CEPT-Empfehlung T/R 61-01 regelt die gegenseitige Anerkennung von Amateurfunklizenzen bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten (z. B. Urlaubsreisen bis zu 3 Monaten) innerhalb der teilnehmenden europäischen und außereuropäischen Mitgliedsländer. In Ländern, die zusätzlich der ECC-Empfehlung (05)06 beigetreten sind, gilt diese unbürokratische Regelung auch für die Novice-Lizenz (in Deutschland entspricht dies der Klasse E). Wichtige Ausnahme Klasse N: Da die neue Klasse N eine rein nationale deutsche Lizenzklasse ist, entspricht sie nicht der internationalen CEPT-Novice-Empfehlung. Mit einem Klasse-N-Zeugnis ist im Regelfall kein Funkbetrieb im Ausland gestattet, es sei denn, das Gastland erteilt explizit eine individuelle Gastzulassung.
- CB-Funk (Citizens Band) – Eine kosten- und prüfungsfreie Jedermannfunkanwendung im HF-Bereich um 27 MHz (11-Meter-Band). Sie dient dem privaten Sprech- und Datenfunk. In Deutschland stehen dem Nutzer 80 Kanäle im Frequenzbereich von 26,565 MHz bis 27,405 MHz zur Verfügung (europaweit harmonisiert sind 40 Kanäle von 26,965 MHz bis 27,405 MHz). Die Sendeleistungen und Antennenformen sind gesetzlich limitiert.
- CQ – Der universelle, internationale Funkruf für einen „Allgemeinen Anruf“. Er signalisiert allen empfangenden Stationen, dass die rufende Station bereit für eine Verbindung mit einer beliebigen Gegenstation ist. Bei speziellen Wettbewerben (Contests) oder Feldtagen wird der Ruf oft spezifiziert, wie beispielsweise „CQ FD“ (CQ Fieldday).
- CW (Continuous Wave) – Technischer Begriff für die älteste digitale Betriebsart der Funktechnik: das Morsen. Ein unmodulierter Hochfrequenzträger wird mittels eines Tastschalters im Rhythmus der Morsecodes unterbrochen. Aufgrund der extrem geringen benötigten Bandbreite (nur ca. 100 bis 200 Hz) bietet CW auch bei minimaler Sendeleistung und schlechtesten Bedingungen eine unübertroffene Reichweite.
D
- DE – Eine fundamentale Betriebsabkürzung im Amateurfunkverkehr, die aus dem Französischen („von“) abgeleitet ist. Sie wird unmittelbar vor dem eigenen Rufzeichen gesendet (z. B. „CQ CQ CQ DE DO1EAB“), um der Gegenstation anzuzeigen, wer die Aussendung gestartet hat.
- Dezibel (dB) – Das Dezibel ist keine physikalische Maßeinheit, sondern eine hilfsweise Maßeinheit zur Kennzeichnung des dekadischen Logarithmus des Verhältnisses zweier gleichartiger physikalischer Größen (z. B. Leistungen oder Spannungen). Da sich Signale in der Hochfrequenztechnik über extreme Größenordnungen erstrecken (ein Empfänger kann Signale von wenigen Pikowatt bis hin zu mehreren Watt verarbeiten), vereinfacht die logarithmische Betrachtung die Berechnung von Gewinnen (Antennen), Verlusten (Kabeldämpfung) und Leistungsverhältnissen massiv.
- Duplex-Betrieb – Eine Betriebsform, bei der das Senden und das Empfangen vollkommen zeitgleich auf zwei unterschiedlichen Frequenzen stattfinden (Gegensprechen), analog zum normalen Telefonat. Station A sendet auf Frequenz 1 und empfängt auf Frequenz 2, während Station B zeitgleich auf Frequenz 2 sendet und auf Frequenz 1 empfängt. Dies erfordert aufwendige Filter (Duplexer) in den Geräten.
- DX – Historische Abkürzung für „Distance X“ (große, unbekannte Entfernung). Auf den Kurzwellenbändern versteht man unter DX im Allgemeinen Verbindungen mit Stationen außerhalb des eigenen Kontinents. Auf den UKW-Bändern (2m / 70cm) gilt aufgrund der quasioptischen Wellenausbreitung oft schon eine Verbindung über mehrere hundert Kilometer (z. B. ins benachbarte Ausland) als DX.
E
- ECC-Empfehlung (05)06 – Eine internationale Vereinbarung des Electronic Communications Committee der CEPT. Sie regelt die Bedingungen für eine harmonisierte europäische Novice-Prüfungsbescheinigung. In Ländern, die diese Empfehlung umgesetzt haben, dürfen Inhaber einer entsprechenden Lizenz (in Deutschland betrifft dies die Klasse E) während vorübergehender Aufenthalte ohne bürokratische Hürden Funkbetrieb machen. Sie findet ausdrücklich keine Anwendung auf die rein nationale Klasse N.
- Eigenbau-Geräte – Eines der größten Privilegien des Amateurfunkdienstes im Vergleich zu allen kommerziellen oder Jedermann-Funkdiensten. Ein ordnungsgemäß zugelassener Funkamateur besitzt das Recht, seine Sendeanlagen selbst zu konstruieren, zu bauen oder kommerzielle Geräte tiefgreifend zu modifizieren, solange die Station die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Nebenaussendungen und Bandgrenzen einhält. Auch Inhaber der Klasse N gelten als vollwertige Funkamateure und besitzen das Recht, gewerbliche Geräte für ihre Bänder zu modifizieren oder selbstgebaute Komponenten (wie Richtantennen oder Filter) einzusetzen. Aufgrund der stark vereinfachten Technik-Prüfung ist der mathematisch-technische Entwurf von Sendern („From Scratch“) jedoch kein Kernbestandteil der Klasse-N-Ausbildung.
- ERP / EIRP – Maßeinheiten für die effektive Strahlungsleistung einer Antennenanlage unter Einbeziehung des Antennengewinns und der Kabelverluste.
- ERP (effective radiated power) bezieht den Gewinn auf einen Standard-Halbwellendipol ($\lambda/2$-Dipol).
- EIRP (equivalent isotropically radiated power) bezieht den Gewinn auf einen theoretischen Kugelstrahler (isotroper Isotropstrahler), der die Energie absolut gleichmäßig in alle Richtungen des Raumes verteilt. Da der Dipol bereits einen theoretischen Gewinn von 2,15 dB gegenüber dem Kugelstrahler aufweist, gilt die mathematische Beziehung:
F
- F3E – Das ITU-Klassifizierungsmerkmal für analogen Sprechfunk mittels Frequenzmodulation (FM). Hierbei wird die Frequenz des Hochfrequenzträgers im Rhythmus der NF-Sprachfrequenz variiert, während die Amplitude des Signals absolut konstant bleibt. FM zeichnet sich durch eine hohe Unempfindlichkeit gegenüber atmosphärischen Störungen aus und bildet den Standard im lokalen UKW-Direkt- und Relaisfunk.
- Fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstelle – Hierzu zählen alle ortsfesten Amateurfunkstellen, die unbesetzt betrieben werden und eigenständig oder per Fernsteuerung über das Internet/Funknetz Aussendungen erzeugen. Typische Beispiele sind Relaisfunkstellen, Digipeater, Funkbaken oder Gateways. Für ihren Betrieb ist eine spezielle, standortgebundene Rufzeichenzuteilung der Bundesnetzagentur erforderlich.
- FM – Abkürzung für Frequenzmodulation (siehe F3E).
- Forwarding – Ein vollautomatischer Datenübertragungsprozess innerhalb des Packet-Radio- und Winlink-Netzwerks. Digitale Mailboxen (BBS) verbinden sich zu festgelegten Zeiten untereinander, um empfangene Nachrichten, E-Mails oder Bulletins vollautomatisch über Zwischenstationen so lange weiterzuleiten, bis sie die Ziel-Mailbox des Empfängers erreicht haben.
- Freenet – Eine rein deutsche Jedermannfunkanwendung im VHF-Bereich bei 149 MHz. Sie wurde ursprünglich in den freigewordenen Frequenzen des ehemaligen analogen B-Netzes der Post eingerichtet. Die Anwendung umfasst heute 6 Kanäle (sowohl analog als auch digital), ist gebühren- und prüfungsfrei, jedoch streng auf dafür zertifizierte Handfunkgeräte mit maximal 500 mW ERP beschränkt.
- FT4 – Ein digitales Protokoll, das speziell für Wettbewerbe (Contests) entwickelt wurde. Es ist eine Variante von FT8 und nutzt wie dieses die Mehrfrequenz-Amplitudentastung mit 4 Tonfrequenzen (4-GFSK). Der entscheidende Unterschied liegt in der Geschwindigkeit: Ein Sendedurchgang dauert bei FT4 lediglich 4,5 Sekunden bei einer Bandbreite von 90 Hz. Dadurch sind extrem schnelle Kontakte möglich. Aufgrund des kürzeren Zeitfensters ist die Empfindlichkeit im Rauschen etwas geringer als bei FT8 (Dekodierung bis ca. –12 dB SNR), weshalb es primär bei guten Bedingungen auf KW und UKW genutzt wird.
- FT8 – Eine revolutionäre, extrem populäre digitale Betriebsart, entwickelt von Joe Taylor (K1JT) und Steve Franke (K9AN). FT8 steht für „Franke-Taylor 8-GFSK“. Das Protokoll basiert auf einer 8-Frequenz-Umschaltung (8-GFSK) mit einer extrem schmalen Bandbreite von nur 47 Hz. Ein Sendedurchgang dauert exakt 15 Sekunden, wofür die Uhren der teilnehmenden Computer via NTP (Network Time Protocol) absolut synchron laufen müssen (Abweichung < 1 Sekunde).
- Technische Besonderheit: FT8 nutzt eine extrem starke Vorwärtsfehlerkorrektur (LDPC-Codes – Low-Density Parity-Check). Dadurch können Signale noch fehlerfrei dekodiert werden, wenn sie weit unter dem Rauschteppich liegen (bis zu –21 dB SNR im 2500-Hz-Referenzband). Es wird für Inhaber der Klasse N auf den Bändern 2m und 70cm immer wichtiger, um bei schlechten Bedingungen quasioptische Reichweiten zu maximieren.
- Fuchsjagd (ARDF – Amateur Radio Direction Finding) – Ein sportlicher Funkpeilwettbewerb, der meist in Waldgebieten ausgetragen wird. Die Teilnehmer müssen mit Hilfe von Peilempfängern, Karte und Kompass versteckte Kleinsender (die „Füchse“) im Gelände ausfindig machen. Diese Sender arbeiten mit geringer Leistung und strahlen im zeitlichen Wechsel anstelle eines normalen Rufzeichens die standardisierten Morse-Peilkennungen MO, MOE, MOI, MOS oder MOT aus.
- Funkbaken – Ortsfeste, automatisch und unbesetzt arbeitende Amateurfunkstellen, die mit einer speziellen behördlichen Zulassung auf einer exakt definierten Frequenz kontinuierlich Signale aussenden. Sie dienen weltweiten Messungen, der Erforschung von Wellenausbreitungsbedingungen und der Kalibrierung von Empfängern. Funkbaken-Schutzbereiche (wie z. B. im 2m-Band von 144,400 bis 144,490 MHz) müssen von regulärem Funkverkehr absolut freigehalten werden.
- Funk-Regionen – Um die weltweite Frequenzvergabe zu koordinieren, hat die ITU (Internationale Fernmeldeunion) die Erdoberfläche in drei administrative Regionen unterteilt. Ganz Europa, Afrika, der Nahe Osten und das gesamte Staatsgebiet Russlands liegen in der Region 1. Die Region 2 umfasst den gesamten amerikanischen Kontinent, während die Region 3 Südasien, Australien und den pazifischen Raum abdeckt. Die Frequenzzuweisungen für den Amateurfunk können sich zwischen diesen Regionen erheblich unterscheiden.
Frequenzbereiche (Zuweisungen und Status)
- Frequenzbereiche mit Primärstatus – Bedeutet, dass der Amateurfunkdienst in diesen zugewiesenen Bändern die primären Nutzungsrechte besitzt. Andere Funkdienste dürfen dort entweder gar nicht senden oder dürfen den Amateurfunkdienst keinesfalls stören. Der Funkamateur muss hier keine Rücksicht auf Sekundärnutzer nehmen. Wichtige Beispiele im Überblick:
- Kurzwelle (Auswahl): 160m (1810 – 2000 kHz), 80m (3500 – 3800 kHz), 40m (7000 – 7200 kHz), 20m (14000 – 14350 kHz), 15m (21000 – 21450 kHz), 10m (28000 – 29700 kHz).
- VHF/UHF: 6m (Teilbereiche), 2m (144 – 146 MHz), 70cm (430 – 440 MHz – Hinweis: Teilbereiche im 70cm-Band haben in DL Sonderstatus/Sekundärstatus gegenüber militärischen Nutzern).
- Frequenzbereiche Klasse E – Das gesetzlich definierte Spektrum, welches Inhaber der Klasse E nutzen dürfen. Es beinhaltet attraktive weltweite Kurzwellenprivilegien sowie die Standard-UKW-Bänder:
- Kurzwelle: 160m (1810 – 2000 kHz), 80m (3500 – 3800 kHz), 15m (21000 – 21450 kHz), 10m (28000 – 29700 kHz).
- VHF/UHF/SHF: 2m (144 – 146 MHz), 70cm (430 – 440 MHz), 3cm (10,0 – 10,5 GHz).
- Frequenzbereiche Klasse N – Die gesetzlichen Frequenzzuweisungen für die neue Einsteigerklasse. Um den Einstieg extrem niederschwellig zu gestalten, fokussiert sich die Klasse N ausschließlich auf die lokalen und regionalen UKW-Bänder, auf denen mit unkomplizierten Kompaktgeräten operiert werden kann. Ein Zugang zu den Kurzwellenbändern existiert nicht:
- 2m-Band: 144,000 – 146,000 MHz (VHF)
- 70cm-Band: 430,000 – 440,000 MHz (UHF)
G
- Gastlizenz – Eine temporäre Betriebsgenehmigung, die von den Fernmeldebehörden eines ausländischen Staates für ausländische Funkamateure ausgestellt wird, sofern deren Heimatland keinem automatischen Abkommen (wie der CEPT-Regelung) beigetreten ist. Der Gastfunkamateur ist rechtlich verpflichtet, sich vorab zwingend mit den spezifischen Gesetzen, Bandplänen und Leistungslimits des Gastlandes vertraut zu machen und diese strikt einzuhalten. Für die rein nationale deutsche Klasse N werden im Ausland im Regelfall keine Gastlizenzen erteilt.
H
- Ham-Spirit – Der ungeschriebene, weltumspannende Ehrenkodex und die gelebte Philosophie der Funkamateure. Er basiert auf politischer und religiöser Neutralität, internationaler Völkerverständigung, gegenseitiger Hilfsbereitschaft (insbesondere gegenüber Anfängern), Toleranz, Höflichkeit und dem gemeinsamen, unentgeltlichen Interesse an der Erforschung der Funktechnik.
- HAREC (Harmonized Amateur Radio Examination Certificate) – Eine internationale, harmonisierte Prüfungsbescheinigung. Sie bescheinigt, dass der Inhaber eine Amateurfunkprüfung abgelegt hat, die den höchsten internationalen Standards (in Deutschland entspricht dies der Klasse A) gerecht wird. Sie ermöglicht den unkomplizierten, dauerhaften Erhalt einer vollwertigen Lizenz bei einem dauerhaften Wohnsitzwechsel in ein anderes CEPT-Mitgliedsland.
I
- IARU (International Amateur Radio Union) – Die weltweite Dachorganisation der nationalen Amateurfunkverbände (in Deutschland vertreten durch den DARC). Sie vertritt die Interessen der Funkamateure gegenüber der ITU und den internationalen Regulierungsbehörden und koordiniert die weltweiten Bandpläne.
- IRC (International Reply Coupon / Internationaler Antwortschein) – Ein von der Weltpostvereinigung herausgegebener Wertschein. Er kann in fast allen Ländern der Erde bei den Postämtern gegen das Porto eines Standard-Auslandsbriefes eingetauscht werden. Im Amateurfunk wird er häufig DX-Stationen als Rückporto beigelegt, um den Versand von papiernen Bestätigungskarten (QSL-Karten) finanziell auszugleichen.
- ISM-Bereich (Industrial, Scientific, and Medical Band) – Frequenzbereiche, die primär für hochfrequente Geräte in Industrie, Wissenschaft, Medizin und für lizenzfreie Kurzstreckenfunkgeräte (wie WLAN, Bluetooth, Mikrowellenherde oder Garagentoröffner) freigegeben sind. Da der Amateurfunkdienst einige dieser Bereiche (wie Teile des 70cm-Bandes um 433 MHz oder des 13cm-Bandes um 2,4 GHz) als Sekundärnutzer mitverwendet, müssen Funkamateure die dort auftretenden Störungen durch ISM-Geräte rechtlich hinnehmen, dürfen diese Geräte jedoch ihrerseits nicht stören.
- ITU (International Telecommunication Union) – Die Internationale Fernmeldeunion ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Genf. Sie ist die weltweit oberste Instanz für die globale Aufteilung des Funkspektrums, die Zuweisung von Satellitenbahnen und die Standardisierung der Kommunikationstechnik.
J
- J2B – Die technische ITU-Bezeichnung für digitale Daten- und Fernschreibübertragungen mittels Einseitenbandmodulation (SSB) unter Verwendung eines präzise definierten, modulierenden akustischen Hilfsträgers. Typische moderne Anwendungen in diesem Bereich sind RTTY, PACTOR, AMTOR sowie die Digimodes FT8 und FT4.
- J3E – Das offizielle ITU-Merkmal für den analogen Einseitenband-Sprechfunk (SSB – Single Sideband). Es handelt sich um eine hocheffiziente Weiterentwicklung der Amplitudenmodulation (AM). Da bei AM der Träger und ein Seitenband keine Nutzinformationen für die Sprache enthalten, werden diese im Sender vollständig unterdrückt. Es wird ausschließlich ein einziges Seitenband (entweder LSB oder USB) ausgesendet. Dies spart über 90 % der Sendeenergie und reduziert die benötigte Bandbreite auf ein Minimum (ca. 2,4 bis 2,7 kHz).
- JS8 (JS8Call) – Eine Weiterentwicklung der FT8-Technologie, entwickelt von Jordan Sherer (KN4CRD). Während FT8 starr auf den Austausch standardisierter Minimaldaten (Rufzeichen, Locator, Rapport) für schnelle Kontakte fixiert ist, ermöglicht JS8 echten, freien Text-Chat (Keyboard-to-Keyboard) im Fließtextverfahren bei extrem schwachen Signalen. JS8 nutzt dazu das zugrundeliegende Modulationsverfahren von FT8 (8-GFSK), kaskadiert die Daten jedoch in variablen Zeitfenstern. Zudem bietet JS8 mächtige Netzwerkfunktionen wie automatisches Relaisieren (Store-and-Forward), Heartbeat-Abfragen („Wer hört mich?“) und Inbox-Nachrichten, was es auch für den modernen Notfunk hochinteressant macht.
K
- …K – Ein international genormtes Ein-Buchstaben-Kürzel, das am Ende eines Sendedurchgangs im Telegrafiefunk (CW) abgesetzt wird. Es bedeutet „Bitte kommen“ (Aufforderung an die Gegenstation oder an alle, das Senden aufzunehmen).
- Klasse E – Die mittlere Amateurfunk-Lizenzklasse in Deutschland (oft als „Einsteigerklasse“ bezeichnet, historisch aus der alten „Class C“ hervorgegangen). Sie entspricht vollumfänglich der europäisch harmonisierten CEPT-Novice-Amateurfunkgenehmigung gemäß der ECC-Empfehlung (05)06 und beinhaltet weitreichende Kurzwellen- und UKW-Rechte.
- Klasse N – Die mit der umfassenden Novellierung der Amateurfunkverordnung (AFuV) eingeführte, neue Einstiegsklasse („National“) in Deutschland. Sie soll den Zugang zum Hobby radikal vereinfachen, indem der mathematisch-technische Prüfungsteil stark entschlackt wurde (Fokus auf reine Praxisanwendung, Betriebstechnik und gesetzliche Vorschriften). Sie bietet einen schnellen Zugang zum lokalen VHF/UHF-Funk, ist jedoch rein auf Deutschland beschränkt.
- Klubstation – Eine ortsfeste oder mobile Amateurfunkstelle, die im Eigentum einer Vereinigung, Schule, eines Ortsverbandes oder einer Interessengruppe steht und unter einem speziell dafür zugeteilten Klubstations-Rufzeichen betrieben wird. Für jede Klubstation muss ein rechtlich voll verantwortlicher Leiter benannt sein. Kurzzeitige, temporäre Standortänderungen der Klubstation (z. B. für einen Fieldday) müssen der Bundesnetzagentur nicht im Voraus angezeigt werden. Inhaber der Klasse N dürfen Klubstationen aktiv mitbenutzen, sind dabei jedoch strikt an ihre eigenen personengebundenen Band- und Leistungsgrenzen (2m/70cm, max. 10 Watt EIRP) gebunden.
- Koaxialkabel – Ein zweipoliges Hochfrequenz-Übertragungskabel mit konzentrischem, asymmetrischem Aufbau. Der stromführende Innenleiter (Seele) wird in absolut konstantem Abstand von einem hohlzylindrischen, geerdeten Außenleiter (Abschirmung in Form von Geflecht oder Folie) umschlossen. Der Raum dazwischen wird durch ein isolierendes Material (Dielektrikum) ausgefüllt. Dieser geometrische Aufbau bestimmt maßgeblich den Wellenwiderstand (im Funkbereich standardmäßig 50 Ohm, im TV-Bereich 75 Ohm) und sorgt dafür, dass die Hochfrequenzenergie im Kabel bleibt und nicht als Störung in die Umwelt abstrahlt.
L
- Landeskenner (Präfixe) – Die ITU teilt jedem Land der Erde exklusive Buchstaben- und Ziffernkombinationen zu, die den Anfang eines jeden Rufzeichens bilden müssen (Präfix). Dadurch lässt sich jede Funkstation sofort geografisch zuordnen. Relevante Beispiele sind unter anderem: DA–DR (Deutschland), HB9 (Schweiz), HBØ (Liechtenstein), PA (Niederlande), ON (Belgien), F (Frankreich), K/W/N/A (USA), JA (Japan), VE (Kanada), ZL (Neuseeland).
- Langer Weg (Long Path / LP) – Ein Phänomen bei Kurzwellenverbindungen. Die elektromagnetischen Wellen breiten sich hierbei nicht auf dem direkten, kürzesten geografischen Weg zur Gegenstation aus (Short Path), sondern wandern in entgegengesetzter Richtung einmal um die gesamte verbleibende Rückseite des Globus. Dies führt zu charakteristischen Echos und Verzögerungen, ermöglicht jedoch oft spektakuläre DX-Verbindungen, wenn der direkte Weg blockiert oder im Funkschatten liegt.
- Linkstrecken – Permanent eingerichtete, stark gerichtete Richtfunkverbindungen, die meist im SHF-Bereich (Gigahertz-Bänder) oder über das moderne digitale IP-Netzwerk der Funkamateure (HAMNET) betrieben werden. Sie dienen der dauerhaften, breitbandigen Vernetzung von automatischen Stationen (z. B. um weit voneinander entfernte UKW-Relaisfunkstellen oder digitale Digipeater zusammenzuschalten).
- Logbuch – Das Funktagebuch einer Amateurfunkstelle, in dem alle getätigten Verbindungen mit Datum, Uhrzeit, Frequenz, Betriebsart, Rufzeichen der Gegenstation und Signalrapporten dokumentiert werden. Die generelle Pflicht zur kontinuierlichen Logbuchführung wurde in Deutschland gelockert; die Bundesnetzagentur kann das Führen eines Logbuchs jedoch jederzeit zwingend für einen bestimmten Zeitraum anordnen, um EMV-Störungen oder Nachbarschaftskonflikte offiziell aufzuklären.
- LPD (Low Power Device / heute SRD = Short Range Device) – Lizenzfreie Funktechnologien für Kurzentfernungen mit extrem geringer Sendeleistung (z. B. Autoschlüssel, Funkthermometer). Sie nutzen häufig Frequenzen im ISM-Band (z. B. 433 MHz) und müssen zwingend eine offizielle CE-Kennzeichnung besitzen. Sie besitzen keinerlei Schutz vor Störungen durch andere Funkdienste.
Leistungsbeschränkungen (Rechtliche Höchstgrenzen)
- Leistungsbeschränkungen (Auszug nach AFuV) – Die gesetzlichen Höchstgrenzen für die Sendeleistung in Deutschland. Wichtig: Für die Klassen A und E bezieht sich der Gesetzgeber auf die Spitzenleistung (PEP – Peak Envelope Power) direkt am Senderausgang des Funkgeräts. Für die neue Klasse N hingegen gilt die abgestrahlte Leistung (EIRP), also inklusive Antennengewinn und abzüglich Kabeldämpfung. Ein Auszug der wichtigsten Bänder:
- 1,81 – 1,85 MHz (160m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 100 W PEP | Klasse N = keine Nutzung
- 3,50 – 3,80 MHz (80m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 100 W PEP | Klasse N = keine Nutzung
- 14,00 – 14,35 MHz (20m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = keine Nutzung | Klasse N = keine Nutzung
- 21,00 – 21,45 MHz (15m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 100 W PEP | Klasse N = keine Nutzung
- 28,00 – 29,70 MHz (10m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 100 W PEP | Klasse N = keine Nutzung
- 144,00 – 146,00 MHz (2m): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 75 W PEP | Klasse N = 10 W EIRP
- 430,00 – 440,00 MHz (70cm): Klasse A = 750 W PEP | Klasse E = 75 W PEP | Klasse N = 10 W EIRP
M
- Maidenhead-Locator – Ein weltweites geografisches Koordinatensystem, das speziell für die Funktechnik entwickelt wurde. Es unterteilt die gesamte Erdoberfläche in ein hierarchisches Netz aus Großfeldern (Fields), Quadraten (Squares) und Subquadraten (Subsquares), ausgedrückt durch eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen (z. B. JO31ok). Dadurch können Funkamateure ihren exakten Standort extrem zeiteffizient und fehlerfrei ohne lange Längen- und Breitengrade übermitteln.
- /m (Mobilbetrieb) – Ein Rufzeichenzusatz (gesprochen „stroke m“), der verwendet wird, wenn die Amateurfunkstelle aus einem zugelassenen, sich bewegenden oder vorübergehend haltenden Landfahrzeug (Auto, Motorrad, Fahrrad) heraus betrieben wird. Der Betrieb einer Amateurfunkstelle in Fahrzeugen ist in Deutschland absolut frei und bedarf keiner behördlichen Sondergenehmigung.
- /MM (Maritime-Mobil) – Ein Rufzeichenzusatz, der zwingend vorgeschrieben ist, sobald eine Amateurfunkstelle an Bord eines Wasserfahrzeugs betrieben wird, das sich auf offener See oder in Gewässern befindet, die keine Binnengewässer sind. Der Betrieb ist eng an die Erlaubnis des Schiffskapitäns gebunden und darf die maritime Sicherheitskommunikation unter keinen Umständen beeinträchtigen.
- Meshcore – Die Kern-Softwarearchitektur bzw. das zugrundeliegende Routing-Protokoll, das die logische Organisation eines Mesh-Netzwerks steuert. Meshcore berechnet dynamisch die Routing-Tabellen zwischen den einzelnen Knoten (Nodes). Fällt ein Knoten aus, erkennt der Meshcore die veränderte Topologie sofort und leitet Datenpakete vollautomatisch über alternative Pfade um (Self-Healing). Im Amateurfunk und bei Jedermannanwendungen bildet ein standardisierter Meshcore das mathematische Fundament, damit sich mobile und ortsfeste Stationen ohne zentrale Serverstruktur zu einem dezentralen Netzwerk verbinden können.
- Meshtastic – Ein modernes, quelloffenes (Open-Source) und dezentrales Mesh-Netzwerk-Protokoll, das primär auf lizenzfreien ISM-Frequenzen (in Europa meist 868 MHz, seltener 433 MHz) operiert, zunehmend aber auch von Funkamateuren auf den Amateurbändern erprobt wird. Es nutzt die LoRa-Technologie (Long Range) zur Übertragung von Textnachrichten, GPS-Koordinaten und Telemetriedaten.
- Funktionsprinzip: Jedes teilnehmende Gerät (Node) fungiert gleichzeitig als Sender, Empfänger und Router (Repeater). Nachrichten werden von Knoten zu Knoten weitergereicht („gehoppt“), wodurch sich die Gesamtreichweite des Netzwerks mit jedem neuen Teilnehmer massiv erhöht. Meshtastic benötigt keinerlei Internet oder Mobilfunknetz, lässt sich aber via Bluetooth mit dem Smartphone koppeln.
- Morsetelegrafie – Das klassische Geben von Texten mittels Morsecodes. Obwohl die Beherrschung der Morsetelegrafie in Deutschland und den meisten Ländern der Erde zur Erlangung einer Amateurfunklizenz rechtlich nicht mehr vorgeschrieben ist, erfreut sie sich als traditionelle, hocheffiziente Kulturform und weltweite „Universalsprache“ einer ungebrochenen Beliebtheit.
- MSG (Message) – Die internationale Standard-Abkürzung im digitalen und telegrafischen Funkbetrieb für eine Textnachricht, Mitteilung oder ein Telegramm.
N
- Nicht-Funkamateure – Personen, die keine eigene Zulassung zum Amateurfunkdienst besitzen. Sie sind rechtlich strikt von der selbstständigen Nutzung einer Amateurfunkstelle ausgeschlossen. Die einzige Ausnahme bildet die aktive Teilnahme am Ausbildungsfunkbetrieb: Hierbei dürfen Nicht-Funkamateure unter der kontinuierlichen, unmittelbaren Aufsicht und Anleitung eines dafür autorisierten Ausbilders aktiv sprechen oder morsen, jedoch ausschließlich unter Verwendung eines speziellen Ausbildungsrufzeichens. Inhaber der neuen Klasse N sind rechtlich nicht befugt, Nicht-Funkamateure auszubilden.
- Notzeichen – Die internationalen Seenot- und Funknotrufzeichen (wie das gesprochene MAYDAY oder das telegrafierte SOS). Ihre Verwendung im normalen, regulären Amateurfunkbetrieb ist strengstens verboten. Eine fundamentale Ausnahme regelt jedoch das übergeordnete Notstandsrecht: Befindet sich eine Person in einer echten, unmittelbaren Katastrophensituation, in der Gefahr für Leib, Leben oder erhebliche Sachwerte besteht und keine kommerziellen Kommunikationsmittel verfügbar sind, darf auf jeder Frequenz mit allen verfügbaren Mitteln und Leistungen Hilfe herbeigerufen werden.
- Notfunk – Die organisierte Hilfeleistung des Amateurfunkdienstes in extremen Krisen-, Katastrophen- oder Blackout-Szenarien, wenn die kommerziellen Infrastrukturen (Mobilfunk, Festnetz, Internet, Behördenfunk) vollständig ausgefallen oder überlastet sind. Funkamateure errichten dann autarke Kommunikationsnetze mittels Notstromversorgung. International wurden hierfür spezielle Notfunk-Beobachtungsfrequenzen definiert, sogenannte CoA (Centres of Activity), wie z. B. 3760 kHz, 7060 kHz oder 14300 kHz. Im lokalen Raum beteiligen sich auch Stationen der Klasse N intensiv über die UKW-Relaisketten oder Direktfrequenzen am Krisennotfunk.
P
- Packet-Radio – Ein in modernisierter Form (AX.25-Protokoll) weiterhin genutztes, paketorientiertes digitales Datenübertragungsverfahren. Daten werden hierbei in kurze Pakete aufgeteilt, mit Fehlerkorrektur-Codes versehen und per Funk übertragen. Es bildet die technologische Basis für Mailbox-Netze und APRS.
- Personenschutz / EMVU (Elektromagnetische Umweltverträglichkeit) – Gesetzliche Vorschriften (festgelegt in der BEMFV) zum Schutz von Personen in den starken elektromagnetischen Feldern von Funkanlagen. Sobald eine Amateurfunkstelle eine Strahlungsleistung von mehr als 10 Watt EIRP erzeugen kann, ist der Betreiber gesetzlich verpflichtet, vor der ersten Inbetriebnahme eine umfassende EMVU-Anzeige bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Darin muss nachgewiesen werden, dass die gesetzlichen Grenzwerte außerhalb des kontrollierbaren Bereichs (z. B. auf Nachbargrundstücken) penibel eingehalten werden. Wichtiger Praxishinweis für die Klasse N: Da Inhaber der Klasse N gesetzlich auf maximal 10 Watt EIRP beschränkt sind, unterschreiten ortsfeste Stationen dieser Klasse exakt die Grenze, ab der diese aufwendige, bürokratische Anzeige zwingend erforderlich wird. Sie benötigen somit keine EMVU-Standortanzeige.
- PEP (Peak Envelope Power) – Die Spitzenleistung (Hüllkurvenspitzenleistung). Sie definiert die durchschnittliche Hochfrequenzleistung, die ein Sender während einer vollen Hochfrequenzperiode bei der maximalen Auslenkung der Modulationshüllkurve an die Antennenspeiseleitung abgeben kann. Sie ist die maßgebliche rechtliche Messgröße für Leistungsbeschränkungen in den Klassen A und E.
- PMR446 – Eine europaweit harmonisierte, lizenz- und prüfungsfreie Jedermannfunkanwendung im UHF-Bereich bei 446 MHz. Sie umfasst 16 analoge FM-Kanäle (bzw. entsprechende digitale dPMR-Kanäle). Die Sendeleistung ist streng auf maximal 500 mW ERP limitiert und die Geräte müssen zwingend mit einer fest verbauten, herstellerseitig nicht abnehmbaren Antenne ausgerüstet sein.
Q
- Q-Gruppen – Ein hochgradig standardisiertes System aus Drei-Buchstaben-Kürzeln, die ausnahmslos mit dem Buchstaben „Q“ beginnen. Ursprünglich für die Telegrafie entwickelt, um lange Sätze in Sekundenbruchteilen zu übertragen, werden sie heute als „offene Sprache“ auch im Sprechfunk universell genutzt. Sie können entweder als Frage (mit nachfolgendem Fragezeichen) oder als Feststellung/Antwort von den Funkstationen formuliert werden. Wichtige Beispiele:
- QRA – Wie lautet der Name Ihrer Funkstelle? / Der Name meiner Funkstelle ist…
- QRK – Wie ist die Lesbarkeit meiner Signale (1 bis 5)? / Die Lesbarkeit ist…
- QRL – Sind Sie beschäftigt? / Ich bin stark beschäftigt (Bitte nicht stören).
- QRM – Werden Sie durch andere Stationen gestört (1 bis 5)? / Ich werde durch künstliche Störungen behindert.
- QRN – Haben Sie atmosphärische Störungen (1 bis 5)? / Ich leide unter atmosphärischen Störungen (Statik, Prasseln).
- QRO – Soll ich die Sendeleistung erhöhen? / Erhöhen Sie die Sendeleistung.
- QRP – Soll ich die Sendeleistung verringern? / Verringern Sie die Leistung (im allgemeinen Sprachgebrauch auch: Funkbetrieb mit kleiner Leistung, meist unter 5 Watt auf KW).
- QRT – Sollen wir den Funkbetrieb einstellen? / Ich stelle den Funkbetrieb ein (Abschalten der Station).
- QRV – Sind Sie empfangsbereit? / Ich bin absolut sende- und empfangsbereit.
- QRZ – Wer ruft mich? / Sie werden von… gerufen.
- QSB – Haben meine Signale Schwund? / Ihre Signale leiden unter beträchtlichem Fading (Frequenz- oder Amplitudenschwund).
- QSL – Können Sie den Empfang bestätigen? / Ich bestätige den Empfang (daher auch: die QSL-Karte als schriftliche Bestätigung).
- QSO – Eine erfolgreich durchgeführte Funkverbindung zwischen zwei oder mehr Stationen.
- QSY – Sollen wir die Frequenz wechseln? / Ich wechsle die Frequenz auf…
- QTH – Wie lautet Ihr Standort? / Mein Standort (geografischer Ort oder Koordinaten) ist…
R
- R (Morsesignal-Rapport) – Das Senden eines einzelnen Buchstabens „R“ am absoluten Beginn eines Telegrafie-Durchgangs steht historisch für „Roger“ oder „Received“. Es dient als verbindliche Bestätigung, dass man die vorherige Aussendung der Gegenstation akustisch vollständig und fehlerfrei verstanden hat.
- Radio Regulations (VO Funk) – Die Vollzugsordnung für den Funkdienst. Ein mächtiges, internationales Vertragswerk der ITU, das weltweite Rechtskraft besitzt. Es regelt die grundlegende Zuweisung von Funkfrequenzen an die einzelnen Funkdienste und bildet das Fundament für die nationalen Gesetze der Mitgliedstaaten.
- Relaisfunkstellen (Repeater) – Automatisch arbeitende, unbesetzte Funkstationen, die typischerweise an exponierten Standorten (Berge, Hochhäuser, Türme) installiert sind. Sie empfangen Signale auf einer Eingabefrequenz und strahlen diese zeitgleich mit höherer Leistung auf einer Ausgabefrequenz wieder ab (siehe Ablage). Dadurch überwinden sie die quasioptische Reichweitenbegrenzung von UKW-Hand- und Mobilfunkgeräten. Die maximale Strahlungsleistung oberhalb 30 MHz ist für Relais in Deutschland streng auf 15 Watt ERP limitiert. Sie müssen über Fernsteuerkanäle jederzeit abschaltbar sein. Relaisstationen bilden das kommunikative Rückgrat für die neue Klasse N auf den Bändern 2m und 70cm.
- RST-System – Das weltweit standardisierte System zur schnellen und präzisen Beurteilung von empfangenen Funksignalen. Es ist dreistufig aufgebaut:
- R (Readability / Lesbarkeit): Skala von 1 (unverständlich) bis 5 (perfekt lesbar).
- S (Strength / Signalstärke/Feldstärke): Skala von 1 (kaum wahrnehmbar) bis 9 (extrem starkes Signal). Höhere Werte werden in Dezibel über S9 angegeben (z. B. „9 plus 20 dB“).
- T (Tone / Tonqualität): Skala von 1 (roher, stark verbrummter Wechselstromton) bis 9 (reiner, perfekter Gleichstromton). Wird ausschließlich bei Morsetelegrafie (CW) angewendet.
- Rufzeichen-Nennung – Eine der wichtigsten gesetzlichen Betriebsvorschriften in Deutschland. Jede Amateurfunkstelle ist völkerrechtlich verpflichtet, ihr zugeteiltes Rufzeichen zu Beginn und am absoluten Ende einer jeden Funkverbindung (QSO) sowie bei länger andauernden Durchgängen mindestens alle 10 Minuten klar und verständlich (bzw. telegrafisch) zu nennen.
S
- Satellitenbereiche – Exklusiv oder primär für den Satellitenfunk koordinierte Frequenzsegmente innerhalb der Amateurbänder, wie beispielsweise von 145,800 bis 146,000 MHz oder von 435,000 bis 438,000 MHz. Inhaber der Klasse N sind vollumfänglich berechtigt, Amateurfunksatelliten (z. B. erdnahe LEO-Satelliten oder den geostationären QO-100) zu nutzen, sofern sich die Frequenzen innerhalb ihrer Bandgrenzen (2m/70cm) bewegen.
- Seenotfall – Ein hochsensibles Szenario. Empfängt ein Funkamateur auf einer Frequenz ein internationales Seenotzeichen, hat er augenblicklich jeglichen eigenen Sendebetrieb einzustellen und die Frequenz scharf zu beobachten. Wird der Notruf nach angemessener Zeit nicht von einer offiziellen Küstenfunkstelle oder Rettungsleitstelle bestätigt, ist der Funkamateur verpflichtet, den Notruf mit maximaler Leistung zu wiederholen (Notrufablenkung / Relay), um die Reichweite zu erhöhen, und parallel unverzüglich die Rettungsbehörden über Telefon zu alarmieren.
- Simplex-Betrieb (Wechselsprechen) – Die einfachste und am häufigsten genutzte Betriebsform im Amateurfunk. Zwei oder mehr Stationen kommunizieren abwechselnd auf ein und derselben Frequenz. Während Station A spricht, hört Station B zu. Erst nach der Übergabe schaltet die andere Station ihren Sender ein.
- Split-Betrieb – Eine fortgeschrittene Betriebstechnik, die vor allem bei seltenen DX-Expeditionen angewendet wird. Um zu verhindern, dass hunderte anrufende Stationen (das sogenannte Pile-up) die Frequenz der DX-Station vollständig blockieren, hört die DX-Station auf einer separaten Frequenz (z. B. „5 kHz up“), sendet jedoch kontinuierlich auf ihrer Hauptfrequenz. Die Anrufer müssen ihren Sender entsprechend versetzt einstellen.
- Sporadic-E (Es) – Ein faszinierendes sommerliches Ausbreitungsphänomen auf den UKW-Bändern (insbesondere 6m, 4m und 2m). Durch extreme Sonneneinstrahlung und meteorologische Effekte bilden sich in der E-Schicht der Ionosphäre (in ca. 100 bis 120 km Höhe) temporäre, extrem stark ionisierte „Wolken“. Diese Wolken reflektieren UKW-Wellen, die normalerweise die Ionosphäre ungehindert durchbrechen würden, zurück zur Erde. Dies ermöglicht auch Inhabern der Klasse N plötzliche, unerwartete europaweite Reichweiten von 1000 bis über 2000 km mit minimaler Sendeleistung auf dem 2m-Band.
- SWR (Standing Wave Ratio / Stehwellenverhältnis) – Ein dimensionsloses Maß für die Impedanzanpassung zwischen einer Hochfrequenz-Speiseleitung (Kabel) und der angeschlossenen Antenne. Stimmen die Impedanzen nicht überein (Fehlanpassung), wird ein Teil der Vorwärtsleistung der Welle an der Antenne reflektiert und läuft im Kabel zurück zum Sender. Es entsteht eine stehende Welle. Ein perfektes SWR beträgt 1,0 (keine Reflexion). Ab einem SWR von über 2,0 drohen Leistungsverluste; moderne Funkgeräte regeln zum Schutz der Senderendstufe ab einem hohen SWR (meist ab 3,0) automatisch die Leistung herunter (Protection/Foldback).
T
- TX-Delay – Eine essenzielle Software-Einstellung bei der Nutzung von digitalen Betriebsarten (Digimodes wie Packet-Radio, FT8, VARA). Es definiert die exakte Verzögerungszeit in Millisekunden, die das System verstreichen lässt, nachdem das Funkgerät hardwareseitig von Empfang auf Senden (PTT) umgeschaltet hat, bevor die eigentlichen Modulationsdaten fließen. Dies stellt sicher, dass die Relaisstufen im Gerät vollständig durchgeschaltet haben und die ersten kritischen Datenbits der Aussendung nicht abgeschnitten werden.
U
- Unmodulierter Träger – Das Aussenden eines reinen Dauerträgers ohne jegliche Sprache, Töne oder Daten. Dies ist im Amateurfunk streng reglementiert und ausschließlich für wenige Sekunden zu unumgänglichen Abstimmzwecken (z. B. Einstellen des Antennentuners) gestattet. Das blockierende Aussenden längerer unmodulierter Träger gilt als schwere Betriebsunregelmäßigkeit.
- Uplink / Downlink – Die Richtungsbezeichnungen im Satellitenfunk und HAMNET. Der Uplink bezeichnet den Frequenzpfad von der erdgebundenen Amateurfunkstelle hinauf zum Satelliten oder Netzknoten. Der Downlink bezeichnet den entgegengesetzten Weg vom Satelliten hinab zur Erde. Häufig liegen Uplink und Downlink in völlig unterschiedlichen Frequenzbändern (Kreuzband-Betrieb / Crossband).
V
- Verschlüsselung – Ein striktes, weltweites Verbot im Amateurfunkdienst. Alle Aussendungen müssen grundsätzlich in „offener Sprache“ oder in öffentlich bekannten, standardisierten und dokumentierten digitalen Protokollen erfolgen. Das Verschlüsseln von Inhalten, das Verwenden geheimer Codes oder das Übermitteln von Nachrichten unverständlichen Inhalts ist illegal. Die einzige rechtliche Ausnahme bildet die Übertragung von kryptografischen Steuerkommandos (Telemetrie/Telekommando) zur internen und sicheren Bedienung von Satelliten oder fernbedienten Relaisfunkstellen, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
W
- WebSDR – Ein über das Internet öffentlich zugänglicher Software Defined Radio (SDR)-Empfänger. Er ist an eine leistungsfähige Antennenanlage angeschlossen und ermöglicht es hunderten Benutzern weltweit, über einen einfachen Webbrowser vollkommen unabhängig voneinander und zeitgleich verschiedene Frequenzen und Betriebsarten live zu empfangen und zu analysieren. Perfekt zur Überwachung der eigenen Aussendungen.
- WSPR (Whisper / Weak Signal Propagation Reporter) – Ein von Joe Taylor (K1JT) entwickeltes Computerprogramm und Protokoll für Schwachsignal-Funkbaken. Gesprochen wird es wie das englische Wort für „Flüstern“. WSPR dient ausschließlich dazu, die weltweiten Ausbreitungsbedingungen (Propagation) auf Kurzwellen- und UKW-Bändern mit minimaler Leistung präzise zu kartografieren.
- Funktionsweise: Eine WSPR-Station sendet eine extrem komprimierte Nachricht (Rufzeichen, Locator, Sendeleistung in dBm) mittels einer 4-Frequenz-Umschalttastung (4-GFSK). Die Bandbreite beträgt winzige 6 Hz, und ein Sendedurchgang dauert knapp 2 Minuten. Durch die extreme Schmalbandigkeit und mathematische Filterung können WSPR-Signale noch bei phänomenalen –28 dB SNR dekodiert werden. Weltweit empfangende Stationen laden die Daten automatisch in eine zentrale Datenbank (WSPRnet) hoch, wo die Ausbreitungswege in Echtzeit auf einer Weltkarte visualisiert werden.
